zdi-BSO-MINT


Was ist zdi-BSO-MINT?

Das Akronym zdi steht für Zukunft durch Innovation und ist eine Gemeinschaftsoffensive zur Förderung des naturwissenschaftlich-technischen Nachwuchses in NRW; das Akronym BSO steht für Berufs- und Studienorientierung und MINT steht für die Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Oftmals gelten diese Fächer als Rückgrat der deutschen Wirtschaft, auf die ein besonderes Augenmerk gerichtet ist, denn der Fachkräftemangel ist gerade in diesen Bereichen evident.

Beim zdi-BSO-MINT-Programm handelt es sich um ein landesweites Projekt, dass Schülerinnen und Schülern allgemeinbildender Schulen in NRW (Gemeinschaftsschule, Gesamtschule, Gymnasium, Hauptschule, Realschule, Sekundarschule) im Rahmen der vertieften Berufs- und Studienorientierung einen detaillierten Einblick aus erster Hand in die MINT-Fächer ermöglichen. In diesem Zusammenhang sollen die Perspektiven von MINT-Ausbildungsberufen und -Studiengängen vorgestellt werden. Ziel ist es, dem Fachkräftemangel im gewerblich-technischen Bereich entgegenzuwirken. Finanziert werden die Kurse von der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit und des NRW-Wissenschaftsministeriums jeweils zur Hälfte.


Wer ist Adressat der Lernwerkstatt 4.0?

Die Lernwerkstatt 4.0 am Berufskolleg Rheine des Kreises Steinfurt bietet als zdi-Schülerlabor zdi-BSO-MINT-Kurse an. Konkret haben alle weiterführenden Schulen im Kreis Steinfurt wie auch in der Grenzregion von der Jahrgangsstufe 8 bis 13 die Möglichkeit, an einem Schultag eine Unternehmenssimulation “Von der Idee zum Produkt” zu durchlaufen. Jede Klasse ist willkommen!

Die Lernwerkstatt 4.0 kann gegenwärtig jeden Mittwoch gebucht werden und die Kursdauer beträgt acht Zeitstunden. Es ist ratsam, dass die Klassengröße bei mindestens 24 Schülerinnen und Schüler liegen sollte. Zu begleiten ist die Klasse von mindestens einer Lehrkraft, die aber keine Lehrtätigkeit übernimmt. Vielmehr hat sie dafür zu sorgen, bei Problemen einzugreifen und den Schülerinnen und Schülern beratend zur Seite zu stehen, wenn sie beispielsweise öffentlichkeitswirksame Aufgaben wie das Verfassen eines Homepage-Artikels vorzunehmen haben.

Voraussetzungen (z.B. ein MINT-Siegel der Schule) für den Besuch des zdi-Schülerlabors sind nicht erforderlich. Es ist allerdings sinnvoll, sich im Vorfeld mit dem didaktischen Konzept zu befassen und gemeinsam mit den Schülerinnen und Schüler die Bedeutung der einzelnen Abteilungen des fiktiven Unternehmens zu diskutieren. Die erarbeiteten Materialien werden dem teilnehmendem Lehrer am Ende der Veranstaltung auf einem USB-Stick überlassen, sodass beispielsweise Inhalte oder Präsentationen ohne Zeitdruck im Nachgang evaluiert werden können.  


Wie ist der gegenwärtige Aufbau des Kursangebots?

Jeder Einzelne wird zu einem wichtigen Akteur, der selbstorganisiert im Team agiert und dessen Beitag das Programmieren eines Roboters, die Entwicklung eines Prototypen, das Bedienen einer CNC-Fräse, die Kalkulation eines Marktpreises, die Erstellung einer Marktanalyse oder die Überwachung des Produktionsprozesses sein kann. Am Ende des Tages gilt es, ein fertiges Produkt in den Händen zu halten. Zum jetzigen Zeitpunkt ist das zu fertigende Produkt ein Handyhalter. Für den Erfolg der realen Aufgabenstellung ordnen sich die Lernenden sechs unterschiedlichen Abteilungen zu:

  • Automation,
  • Design,
  • Fertigung,
  • Finanzen,
  • Marketing
  • und Qualität.

Dieses Schema bildet eine moderne Unternehmensstruktur ab und verdeutlicht den teilnehmenden Schülerinnen und Schülern die Abhängigkeiten unter den Abteilungen und deren Beitrag für das Gelingen des fiktiven Unternehmens. Damit alle Beteiligten informiert sind, welche Arbeiten wo und in welcher Form verrichtet werden, ist vor der Mittagspause eine Zwischenpräsentation und am Ende eine Abschlusspräsentation im Rahmen eines gemeinsamen Meetings vorgesehen. Innerhalb der Abteilungen versetzen sich die Schülerinnen und Schüler in unterschiedliche Rollen: Abteilungsleiter, Controller, Präsentierer und Zeitwächter.

Das Kursangebot richtet sich besonders auch an Schülerinnen, weil sie sich nicht nur technischen Abteilungen, sondern auch gestalterischen Abteilungen wie Design oder betriebswirtschaftlichen Abteilungen wie Finanzen oder Marketing zuordnen können. Durch den Austausch zwischen den Abteilungen gewinnen sie aber auch einen Überblick über die technischen Herausforderungen der Aufgabenstellung und können hierfür sensibilisiert werden.


Welche außerschulischen Partner wirken bei den Kursen mit?

Begleitet werden die Lernenden in ihren Abteilungen von Mentoren. Deren Funktion ist nicht die des Wissensvermittlers, sondern vielmehr die des Moderators. Hervorzuheben ist der Betreuungsschlüssel, der zwischen 1:4 und 1:8 bewegt.

Neben Lehrern des Berufskollegs Rheine des Kreises Steinfurt aus dem gewerblich-technischen Bereich, die das Bildungsangebot eines Berufskollegs vorstellen, wirken auch Vertreter von mittelständischen Unternehmen aus der Metall- und Elektrobranche in der Region mit. Dies können Geschäftsführer, Personalverantwortliche, Meister, Werkstattleiter, Ausbilder oder Auszubildende sein.

In das Konzept eingebettet ist, dass sich nach der Mittagspause ein teilnehmendes Unternehmen aus der Region u.a. mit seiner Produktpalette und seinem Ausbildungsportfolio vorstellt. Auf diesem Wege wird den Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit eröffnet, erste Kontakte für ein Praktikum oder sogar für eine spätere Ausbildungs- oder Berufstätigkeit in dem Unternehmen zu knüpfen.
Daneben sind Studenten der Fachhochschule Münster aus den Ingenieurs- oder Lehramtsstudiengängen Dozenten der Kurse. Sie haben in der Regel bereits eine duale Ausbildung abgeschlossen und können hierzu beraten sowie zu ihren Studienmöglichkeiten.
Ergänzt wird die Gruppe der Dozenten um Pensionäre, die vormals als Lehrer an Berufskollegs in gewerblich-technischen Fächern unterrichteten.